Wissenswertes zum Thema Wartung

 

 

Der "Gratis-Service" beim Neuwagenkauf...

 

Verschiedene Importeure bieten für ihre Fahrzeuge einen sogenannten "Gratisservice" an. Je nach Marke und Modell sind die Inspektionen über bestimmte Kilometerleistungen oder über eine gewisse Zeit für den Kunden kostenlos. Dennoch bleiben aber Kosten am Fahrzeughalter haften, denn häufig sind die benötigten Betriebsstoffe ausgenommen. Bei den Modellen mit den weitreichendsten Paketen sind alle vorgeschriebenen Wartungsdienste und Abgaswartungen bis 100'000 km bzw. 10 Jahre im Neupreis inbegriffen. Der Vergleich mit den meistverkauften Modellen ohne Servicepaket zeigt, dass beim Kauf eines solchen Fahrzeuges Servicekosten im Neuwagenpreis inbegriffen sind.

 

Nachfolgend werden der Einfachheithalber anstelle einer Auflistung aller Hersteller welche diesen "Gratisservice" - unter welcher Bezeichnung auch immer - anbieten, beziehungsweise von deren Markenvertretungen mit der Berechtigung diesen Dienst anzubieten und auszuführen als "**-Partner" bezeichnet.

 

 

Sinngemäss werben und kommunizieren alle der "Gratisservice"anbietenden Fahrzeughersteller, Fahrzeugimporteure und deren Vertretungen mit solchen Sätzen...

"Während der ersten ** Jahre oder **'000 Kilometern - es gilt das zuerst erreichte - werden beim "**-Partner" gewartet. Inbegriffen sind alle ausgeführten Wartungsarbeiten gemäss Hersteller Wartungsplan, inklusive der benötigten ** Original Service Teile. Die Wartungsarbeiten müssen von einer autorisiertem "**-Partner" ausgeführt werden."

 

Die im Gratis Service Paket ausgeschlossenen Leistungen sind:

 

*    Kosten für Flüssigkeiten wie Öle, Bremsflüssigkeit, Scheibenreinigungsflüssigkeit, Kühlflüssigkeiten, Klimaanlage-Kältemittel, Treibstoffe, Treibstoffzusätze, oder ähnliche Betriebsstoffe

>    sämtliche Kosten der im Service benötigten Flüssigkeiten werden somit vollumfänglich auf den Kunden abgewälzt...

 

 *    Der Ersatz von Bremsscheiben, Bremsbelägen, Kupplung, Scheibenwischerblättern, Glühlampen, Leuchtdioden und Batterien

>    diese Teile sind in der Automobilbranche als sogenanntes "Verschleissmaterial" definiert und gelten nicht als Servicematerial.

      Die sogenannten Verschleissteile und der damit verbundene Aufwand steht in keinem Wartungsplan eines Fahrzeugherstellers und werden immer zusätzlich verrechnet.  "Das Auto muss zum Service und die Bremsen machen 

       Sie auch gleich" - ein oft gehörter Satz in der Umgangssprache. Könnte aber auch dazu verleiten irrtümlich die Verschleissteile und deren verursachender Aufwand als "Service" zu verallgemeinern....

      

 

 

*    Kosten im Zusammenhang mit Räder- oder Reifenwechsel an neuen, verschlissenen oder defekten Reifen, sowie Fahrwerkvermessungen

>    auch diese Positionen gelten als Zusatzarbeiten und sind nicht im Service enthalten. Oft wird während einem Service zum Beispiel eine Fahrwerksvermessung durchgeführt. Als Grund wird oft kommuniziert, dass man dies

        während eines Services mache als Kontrolle und um einer ungleichmässigen Reifenabnutzung entgegenwirken zu können. Wird aber ebenfalls zusätzlich verrechnet...

 

 

      

 *    Fahrzeugreinigung innen und aussen, Lackpflege, Motorreinigung

>    früher oft als "Dienst am Kunden" als "Kunden-Bindung" von einem Lehrling kostenlos durchgeführt, heute meist als verrechenbare Zusatzarbeit auf der Rechnung zu finden...

 

 * Kosten an ein- oder angebautem Zubehör, Aufbauten, Ausbauten, sowie daraus entstehende Folgekosten

 >    obwohl im gekauften Fahrzeug ab Werk als "Option" eingebaut, ist beispielsweise ein Update des Navigationssystem ebenfalls nicht zwingend im Service inbegriffen und wird zusätzlich verrechnet, es sei den man habe die  

        Option "Gratis Update" für einen gewissen Zeitraum beim Autokauf ausgewählt...

      

 

* Ersatzwagen

>    früher war es "Gang und Gäbe", dass einem Kunden für die Dauer des Service ein Ersatzwagen gestellt wurde. Meist ein neueres Modell um im besten Fall das Interesse zu wecken um einen Neuwagen zu kaufen. Heute wird

       ein Ersatzwagen in der Regel in Rechnung gestellt. Oft sind es Mietwagen oder sogenannte "Vorführfahrzeuge" einer Garage welche zu einem günstigeren Tarif als Ersatzwagen vermietet werden.

       Als kleines Beispiel welches oft praktiziert wird:    

       Fahrzeug "XYZ" als Mietfahrzeug :                                                 pro Tag CHF 99.00 (inkl. 100 Kilometer)    /    pro 1/2 Tag CHF 72.00 (inkl. 50 Kilometer)

       dasselbe Fahrzeug, jedoch als Ersatzfahrzeug definiert :           pro Tag CHF 49.00 (inkl. 100 Kilometer)    /    pro 1/2 Tag CHF 36.00 (inkl. 50 Kilometer)

 

Die vergünstigten Service-Leistungen in Form der angebotenen "Gratis-Service-Pakete" variieren je nach Fahrzeughersteller von 36 Monate (3 Jahre) oder 45'000 Kilometer bis 120 Monate (10 Jahre) oder 100'000 Kilometer - es gilt aber immer das zuerst erreichte.

 

Wieso überhaupt einen Service machen ...

Weit verbreitet ist ja die Meinung "das Auto muss nur fahren - mich von A nach B und wieder zurückbringen" - sollte das Auto dann jedoch "völlig unverhofft" in den letzten Atemzügen liegt, ist es dann meist vorbei mit dem "nur" - meist hört man dann "hätt' ich bloss"... 

Es ist unabstreitbar - über einen längeren Zeitraum nichts in den Unterhalt des Autos zu investieren rechnet sich nie. Oft bringt eine vernachlässigte, regelmässige Wartung in jedem Falle zwangsläufig umso höhere Folgekosten durch sogenannte "Folgeschäden" mit sich. Der Fachbegriff "Folgeschäden" am Beispiel der Scheibenwischerblätter verständlich erklärt. Die Scheibenwischerblätter kosten als Beispiel vielleicht CHF 60.00 - wer diese Ausgaben scheut riskiert unter Umständen ein zerkratzen der Frontscheibe. Das ersetzen der Frontscheibe inklusive Material kommt problemlos auf mindestens das 10 bis 20fache - je nach Fahrzeugmodell und Frontscheiben Ausführung...

Hand auf's Herz jeder von uns gönnt sich gerne einmal etwas, sei es zur Motivation oder einfach nur der eigenen Zufriedenheit zuliebe. So sollte man als Automobilist auch bereit sein, seinem fahrbaren Untersatz welcher einem tagtäglich oder wenigstens bei Bedarf von A nach B und wieder zurückbringt, einmal im Jahr etwas Gutes zu tun und ihm ein Service gönnen. Ein "Service machen" bedeutet eben nicht "nur" die auf dem Wartungsplan des Fahrzeugherstellers enthaltenen Position durch- und abzuarbeiten. Sondern auch die in naher Zukunft absehbaren notwendigen Reparaturen wie zum Beispiel das Ersetzen der Sicherheitsrelevanten sogenannten Verschleissteile der Bremsanlage (die Bremsbeläge, oder je nach Ausführung die Bremsscheiben oder die Bremstrommeln), oder beispielsweise einen Rostbefall im Anfangsstadium frühzeitig zu erkennen um die Instandstellungskosten dadurch in bescheidenem Masse zu halten. Zu einem guten Service gehört somit auch dem Automobilist beziehungsweise dem Fahrzeughalter demnächst anstehende Aufwände und Kosten zu kommunizieren. Ein positiver neben Effekt dieses Vorgehens ist es auch wenn die immer wieder eintreffende Einladung vom Strassenverkehrsamt zur periodischen Fahrzeugprüfung ins Hause flattert, weiss man unter Umständen schon in etwa wie hoch der Instand-stellungsaufwand und die damit verbundenen Kosten kommen. Eine definitive Beurteilung ist jedoch nur möglich wenn ein sogenannter MFK-Check durchgeführt werden konnte. Bei älteren Fahrzeugen mag dies unter Umständen dann eine Art Entscheidungshilfe sein. Die einen Fahrzeugbesitzer sagen sich dann "für die Kosten der Instandstellung bekomme ich kein anderes Auto" und andere Fahrzeugbesitzer sind dann eher der Meinung "ich spare mir die Reparaturkosten und investiere diesen Betrag als Anteil an ein anderes Auto"...

      

 

Ein regelmäßiger Ölwechsel ist für Ihr Auto nach wie vor essentiell. Ansonsten drohen Verschleißerscheinungen und im schlimmsten Fall sogar Motorschäden. Das Motoröl im Auto hat zwei wichtige Aufgaben. In erster Linie dient es der Schmierung von beweglichen Teilen im Motorraum des Wagens, damit es zu keiner Reibung kommt. Wenn im Motor keine Schmierung der Teile stattfindet, kommt es zu extremen Verschleißerscheinungen und der Motor erleidet letztendlich einen kapitalen Motorschaden. Eine weitere Funktion des Motoröls ist die Kühlung des Automotors, die eben nicht nur vom herkömmlichen Kühlwasser übernommen wird. Der Grund hierfür liegt darin, dass die Hitze bei Betrieb des Autos auf einzelne Teile beschränkt ist und das Kühlwasser nicht alle Bereiche gleichermaßen abdecken kann. Durch die Zirkulation des Öls wird die Temperatur gewissermaßen umverteilt. Im Laufe der Zeit zeigt auch das Öl Verschleißerscheinungen - das Öl wird immer weniger und die Fießfähigkeit nimmt ab. Zudem sammeln sich Metallpartikel im Öl, die wiederum schädlich für die Motorteile sind. Ein regelmäßiger Ölwechsel ist daher Pflicht. Der Ölwechsel sollte je nach Modell nach dessen Herstellerangaben - heute meist nach 15'000 Kilometern oder 1x jährlich (es gilt immer das zuerst erreichte) - vorgenommen werden. Vor 20 Jahren empfahlen Fahrzeughersteller ihren Kunden noch häufig einen Ölwechsel nach 7'500 gefahrenen Kilometern. Heute werden oft Wechselintervalle von 15'000, 20'000 oder gar 30'000 Kilometern festgelegt. Der Zusatztext "..oder 1x im Jahr" hat jedoch nach wie vor seine Gültigkeit.

 

      

      

 
Die Service Richtlinien des Hersteller wohl
mehrmals ignoriert…
...ein kapitaler Motorschaden nach knapp
100'000 km ohne einen einzigen Ölwechsel….






...beim Ölwechsel wird auch der Ölfilter ersetzt.
In Ihm sammeln sich kleine Verschmutzungen,
die zu einem erhöhten Abrieb führen können...
Wenn ein Fahrzeug viel im sogenannten "Kurzstrecken-Verkehr" genutzt wird - eine an einem Stück zusammenhängende Fahrstrecke welche den Motor nicht auf seine Betriebstemperatur kommen lässt, oder eine an einem Stück zusammenhängende Fahrstrecke von weniger als 50 Kilometer gilt laut der Definition der Fahrzeughersteller als "Kurzstrecke" - insbesondere im Winter, nimmt das Öl Feuchtigkeit auf und die Schmierwirkung sinkt, was einen erhöhten Motorverschleiss verursachen kann...





...Motorenöl unterliegt einem Alterungsprozess und dem Verschleiss. Verbrennungsrückstände, russ und feiner Metallabrieb sammeln sich im Öl. Diese werden beim Ölwechsel abgelassen und so ist dem Ölwechsel auch ein Reinigungseffekt zuzuschreiben.
Die Ansprüche an ein Öl sind sehr hoch, es lohnt sich Markenöle zu verwenden...

Dieser unerwünschte Effekt kann bei Fahrzeugen mit Partikelfiltern durch die Ölverdünnung noch begünstigt werden. Ölverdünnung beschreibt das Einschleppen von Treibstoffen in das Schmieröl eines Verbrennungsmotors und das Ausbleiben der anschließenden Kraftstoffverdampfung im Öl, sodass das Öl ständig weiter verdünnt wird und die Schmierwirkung des Öls immer weiter nachlässt. Dies kann einen kapitalen Motorschaden nach sich ziehen. Ölverdünnung ist sowohl bei Benzin- als auch Dieselmotoren möglich, hier insbesondere bei Ausführungen mit Dieselpartikelfilter (DPF). Prinzipbedingt schlägt sich nach einem Kaltstart Kraftstoff an den noch kalten Zylinderwänden nieder, der dann an den Kolbenringen vorbei in das Motoröl gelangt. Da Ottokraftstoff jedoch niedrig siedend (< 80 °C) ist, besteht die Gefahr der Ölverdünnung nur dann, wenn das Motoröl diese Temperatur nicht regelmäßig erreicht, etwa im Kurzstreckenverkehr im Winter oder bei defektem Thermostat im Kühlkreislauf. Das Motorenöl dient nicht nur zur Feinabdichtung zwischen den Bauteilen (zum Beispiel Kolben und Zylinder) es hat auch die Aufgabe zu kühlen wo das Kühlwasser nicht zyrkulieren kann.

Motorenöl richtig kontrollieren...

 

1. Für eine korrekte Messung muss der Motor warm sein - sollte also mindestens 10 Kilometer gefahren sein. Nur so kann sich das Motoröl gleichmässig erwärmen...

2. Auto auf ebener Fläche parken und Motor abstellen...

3. Ca. 5 - 10 Minuten warten, damit das warme Motoröl sich in der Ölwanne sammeln kann...

4. Ölmessstab herausziehen und säubern (auf nicht "fuselnde" Tücher oder Lappen achten)...

5. gereinigten Ölmessstab nochmals komplett bis zum Anschlag in die Messöffnung stecken und vorsichtig wieder herausziehen...

6. den Ölstand ablesen, der Ölfilm muss sich im Bereich zwischen den Markierungen MIN und MAX befinden (optimal ca. 1mm unterhalb der MAX Markierung).
 
 

 

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