Entstehung der Modellreihe  " 256 "

 

1975 trat die sogenannte "8 PS-Forderung" in Kraft ( mindestens 8 PS pro Tonne ). Da wirkten damals die grossen V10 Motoren mit 305 PS oder in der gedrosselten Version mit 270 PS als überdimensioniert und durch die zwei zusätzlichen Zylinder auch unnötig schwer.

Im Modelljahr 1977 erschien die Modellreihe "256" - als Ersatz für die bisher angebotene Modellreihe "232". 256 PS leistete der luftgekühlte V8 Motor aus der neu entwickelten Motoren Baureihe 413F , der gegenüber seinem Vorgängermodell 413 , in den Massen von Bohrung und Hub zugelegt hat , wobei das Verhältnis der beiden zueinander und damit die Motorcharakteristik gleich geblieben ist. Der F 8 L 413 F schöpft seine zusätzliche Kraft aus dem Mehr an Gesamthubraum. Das maximale Drehmoment , das zwischen 1400 und 1600 Umdrehungen anfällt , ist ebenfalls höher ausgefallen.

Zusammen mit den 256 PS - Motoren hielt auch die damals neue "Rohluft-Dachansaugung" einzug. Bei dieser serienmässig angebotenen Ausführung holten zwei schornsteinartige an den Fahrerhausseiten hochgezogenen Rohre die notwendige Verbrennungsluft aus dem Bereich oberhalb der Kabine. Vor allem beim Einsatz als Baustellenfahrzeug in staubigem Gelände sollte dadurch nur noch ein Achtel des bisherigen Staubanteils angesaugt werden. So verlängerten sich die Wartungs- und Wechselintervalle der Trockenluftfilterelemente.

Die gesamte Bauzeit ( März 1977 bis Juli 1988 bzw. Juni 1993 ) der "256er" kann in drei Generationen unterteilt werden. Mit den Generationswechseln kam jeweils auch die Änderung der Typenbezeichnung.

1. Generation von März 1977 bis März 1981 - als 2 - Achser mit der Bezeichnung Magirus - Deutz  256D19  und als 3 - Achser mit der Bezeichnung Magirus - Deutz  256D26.

2. Generation von März 1981 bis Januar 1982 - als 2 - Achser mit der Bezeichnung Iveco - Magirus  256M19  und als 3 - Achser mit der Bezeichnung Iveco - Magirus  256M26. Das " M " stand für " Magirus ".

3. Generation von Januar 1982 bis Juli 1988 , einzelne Modelle sogar bis Juni 1993 - als 2 - Achser mit der Bezeichnung Iveco  190-25AN / ANW  und als 3 - Achser mit der Bezeichnung Iveco 260-25AN / ANW.

 

Magirus Deutz  Flach - Eckhauber ( 1.Generation 1970 bis 1981 und 2.Generation 1981 bis 1984 )  mit geöffneter Haube und geöffnetem Grill.

Armaturenbrett eines Magirus Deutz Haubenwagens.

 

Innenraum eines Magirus Deutz Haubenwagens .

 

Magirus Deutz 160-25ANW mit verlängertem Kommunal Fahrerhaus.

 

Magirus Deutz 256 D 16 K mit Kipp Anhänger.

Magirus Deutz 256 D 26 AK 6x6 mit 3 - Seiten - Kipper.

 

Magirus Deutz 256 M 26 AK Meiller Muldenkipper. ( 2.Generation 1981 bis 1984 ).

Magirus Deutz 256 D 26 AK 6x6 , mit Meiller Kipper. (3.Generation 1984 bis 1989 , zu erkennen am Design der Kühlermaske).

Magirus Deutz 256 D 19 AK als Kommunal-Fahrzeug mit verlängertem Fahrerhaus. ( 2.Generation 1973 bis 1984 ).

Magirus Deutz 256 D 26 AK Kipper. ( 2.Generation 1973 bis 1984 ).

 

Magirus Deutz 190-25ANW im Kommunaldienst. 

 

Magirus Deutz 190-25ANW mit verlängerter Kabine im Kommunaldienst. 

 

Magirus Deutz 256 D 19 AK.

 

Magirus Deutz 256 D 19 FL 4x2x2 , mit Kühlkoffer Aufbau.

 

Magirus Deutz  256 D 16 FS mit Tankauflieger.

 

Magirus Deutz 190-25AHW als 3 - Seiten - Kipper.

  256  

 Motorenleistung in PS ( gemessen nach DIN Norm 70020 )

 

         D  

  D    =    Ulmer Kabinen Modell

  M    =   Magirus Kabine

              

 

              16

              17

              19

              22

              26

              28

              30

              32

 

 

  technisch zulässiges

  Gesamtgewicht   (in Tonnen)

 

    

  Haubenwagen Modell ( Lenkrad hinter  der Vorderachse )

 

  F          

  Frontlenker Modell ( Lenkrad vor  der  Vorderachse )

 

  FF          

  Frontlenker Modell mit Schlafkabine

 

  

 

    A  

  Allrad Antrieb

 

       K  

 Kipper-Chassis     

 ( mit kurzem hinteren Überhang )

 

       L  

 Pritschenlastwagen-Chassis

 

       S  

  Sattelzugmaschinen-Chassis

 

       T  

  Tankwagen-Chassis

 

       G  

  Getränkewagen-Chassis

 

       V  

  Kastenwagen

 

           L  

  ohne L    =    normale Blattfedern

  L             =    mit Luftfederung

 

 

 

 Motor
 

  Luftgekühlter DEUTZ  4-Takt  Diesel V-Motor

  mit Direkteinspritzung. Austauschbare

  Zylinderlaufrohre. Abnehmbares

  Kurbelgehäuse Unterteil.

  Luftkühlung durch automatisch geregeltes

  Axialgebläse.

  Angebauter Ölkühler. Druckumlaufschmierung

  mit Wechselfilter im Hauptstrom ,

  zusätzlich Schleuderfilter im Nebenstrom und

  Öldruckkontrolleuchte. 

  Einzylinder - Luftpresser 300 ccm. Leistung

  440 l / min bei max. Motordrehzahl.

  Kontrollgerät für Trockenluftfilter. Pumpe für

  Hydrolenkung.

 

 

 Motortyp
 
  • KHD Deutz
  • F8L413F
 
 Zylinderanordnung und Zylinderzahl

  • V 8
 


 Bohrung  x  Hub

  • 125 mm
  • 130 mm
 

 

 Gesamthubraum

  • 12763 ccm
 

 

 Nutzleistung  ( nach DIN 70020 )

  • 256 PS / 188 kW
  • bei 2'500/min

 

 max. Drehmoment

  • 820 Nm
  • bei 1'400 - 1'600/min

  
 Bedeutung der Motor - Typenbezeichnung

 F 8 L 413 F              

 

 F
 

 Schnellaufender 4-Takt-Fahrzeug-Motor

 

 8
 

 Anzahl der Zylinder

 

 L
 

 Luftkühlung

 

 4
 

 Motorenbaureihe 413

 

 13 
 

 Kolbenhub in Zentimeter

 

 F
 

 Leistungsgesteigerte Ausführung durch grössere Zylinderbohrung         

 

 

 

1977 - die Motorenbaureihe 413F

Beim nächsten Entwicklungsschritt der luftgekühlten Motoren aus dem Werk Donautal beschränkt man sich nicht auf geringfügige Modifikationen , sondern konstruiert diese neu durch und passt sie den modernen Tendenzen in der Motorentechnik an. Die Leistungssteigerung resultiert zum einen aus einer Gesamterhöhung des Hubvolumens mit den Zylindermassen : Bohrung = 125mm und Kolbenhub = 130mm , andererseits konnte durch eine Steigerung  des Mitteldrucks die Nenndrehzahl abgesenkt werden. So konnte bei der V8 Maschine die Höchstleistung von 256 PS / 188 kW schon bei einer Drehzahl von 2'500/min erreicht werden , obwohl sie für 2'650/min ausgelegt war. Erreicht wurde die neue Motor Charakteristik durch eine Abstimmung der Ventilsteuerzeiten , des Einlassdralls und der Einspritzung. Trotz des grösseren Kolbenhubes kann die mittlere Kolbengeschwindigkeit gesenkt werden , was sowohl der Haltbarkeit als auch der Geräuschverminderung zugute kam. Da die neuen Motoren auf den gleichen Montagestrassen wie die bisherigen gefertigt werden sollten , waren den Konstrukteuren bei der Wahl der Bauteile enge Grenzen gesetzt. So mussten bei unveränderten Konturen des Kurbelgehäuseoberteils die Triebwerksteile so überarbeitet werden , dass sie auch die höheren Belastungen einer ins Auge gefassten Aufladung ( durch Abgas-Turbolader mit oder ohne Ladeluftkühlung ) aushalten können. Im Januar 1977 feierte die neue Motorenbaureihe 413 F  auf dem Brüsseler Salon ihren ersten Auftritt in einem Lastwagen.

 

 

Die hier veröffentlichten Bilder stammen aus meiner eigenen Sammlung welche über die Jahre hinweg stetig gewachsen ist. Oder die Bilder wurden mir für diesen Verwendungszweck zur Verfügung gestellt. Nachdruck , Vervielfältigung und Verbreitung sind ohne schriftliche Genehmigung verboten.Copyright © by magirus-deutz.ch.